Krippen Eingewöhnung oder die Frage nach dem Sinn

Matilda ist mit 13 Monaten zum ersten Mal in die Krippe gegangen.

Warum? Weil alle anderen Plätze in Hamburg entweder wesentlich früher oder später frei waren. Darüberhinaus ist die Krippe in der sie jetzt ist unsere erste Wahl. Deshalb kam sie mit 13 Monaten in die Krippe und nicht mehr oder weniger. So richtig die Wahl hat man in Hamburg ohnehin nicht, denn die Wartelisten für Krippenplätze sind meist endlos.

Die Eingewöhnung lief bei uns wie folgt ab.

In der ersten Woche bin ich morgens mit Matilda in die Krippe gegangen und habe mich mit in den Raum gesetzt. Ich war so immer für sie da und ansprechbar, wenn sie meine Nähe gesucht hat. Tatsächlich war das bei ihr eher selten der Fall und so war ich die stille und schmunzelnde Beobachterin. Wir waren meist von 9 bis 10:30 Uhr da und dann sind wir wieder nach Hause gegangen.

Nach einer knappen Woche habe ich sie dann morgens zur Krippe gebracht, mich verabschiedet und bin für 1-2 Stunden weg geblieben. Natürlich bin ich immer in der Nähe geblieben, sollte sich die Krippe bei mir melden das Matilda mich braucht. Auch das lief problemlos. Matilda ist morgens in den Raum gekommen und hatte schon super gute Laune und hat sich auf alle gefreut. Das hat mir ein super schönes Gefühl gegeben und ich habe mich nicht schlecht gefühlt. Sollte man das denn?

Tatsächlich fühlt man sich manchmal schlecht.

Man fragt sich ob es der Kleinen gut geht ohne mich. Ob sie Spaß hat, das alles nicht zu viel für sie ist. Ob sie nicht noch zu jung ist und ich sie hätte länger bei mir zu Hause behalten sollen. Ja all diese Gedanken macht man sich als Mama. Gleichzeitig ist man aber auch froh ob der neu gewonnen Freiheit. Auf einmal kann man sich einfach ins Kaffee setzen und nichts tun und ganz für sich allein sein. Man kann wieder zum Sport gehen oder Freunde treffen. Ich muss zugegeben, dass mir das gefallen hat. Auf der anderen Seite war dann aber auch die Freude umso größer als ich meine Kleine wieder abholen und in die Arme nehmen durfte.

Ja richtig vermisst habe ich sie!

Es gibt nichts schöneres als den Moment, wenn sie Dich sieht, die Augen strahlen und ein lautes mit Freude gefülltes MAMA durch den Raum schallt, während sie mit offenen Armen auf mich zuläuft. Ja, auch das ist Matilda. Einfach zu süß um wahr zu sein. Ich war immer so stolz, wenn ich Rückmeldung bekommen habe wie toll sich Matilda entwickelt. Wie super sie schon alles mit macht und Spaß dabei hat und wie sie den Laden im positiven Sinne aufmischt. Die Aushilfe in der Küche schwärmt immer total von Matilda und mein Herz geht auf. Vor stolz, vor Freude, vor Glück.

Aber zurück zur Eingewöhnung. In der zweiten Woche bin ich dann immer länger weg geblieben. Erst waren es nur 1-2 Stunden und als das auch sehr gut lief haben wir versucht Matilda zum Mittagessen und Mittagsschlaf dort zu lassen. An dem Tag als Matilda zum ersten Mal mit in der Krippe geschlafen hat habe ich ständig darauf gewartet angerufen zu werden, weil sie nicht einschläft und abgeholt werden möchte. Aber nichts von alldem ist passiert. Ganz im Gegenteil, sie hat Mittag gegessen und ist dort eingeschlafen. Ich konnte sie ausgeschlafen in Empfang nehmen. Das war so ca. 12:30 Uhr. Nach zwei Wochen waren wir also schon so weit mit der Eingewöhnung, dass ich Matilda länger dort lassen konnte.
Dann sind wir eine Woche in den Urlaub gefahren und haben anschließend genauso weiter gemacht. Es lief weiterhin gut. Allerdings hat Matilda zum ersten Mal morgens geweint als ich mich verabschiedet habe. Sie wollte nicht, dass ich gehe und hat sich an mich geklammert.

Ich sag’s euch, solche Moment zerreißen einem das Herz.

Man möchte am Liebsten dort bleiben und sie nicht los lassen. Aber es hilft ja nichts und es macht den Abschied für beide nur schwerer. Also wurde ich wieder los geschickt und sie sagten das sie mich anrufen würden, wenn sie sich nicht beruhigt. Ich habe noch von draußen beobachtet wie sie drinnen auf dem Arm geweint hat und dann ganz schnell abgelenkt wurde und alles wieder gut war. Zum Glück! Alles andere hätte mir auch das Herz gebrochen.

Dann kam die nächste anstrengende Phase.

Wir haben gefühlt alle Viren mitgenommen. Es ging los mit Schnupfen und Husten. Dann kam Magen-Darm und so ging es immer weiter. Matilda war somit immer mal eine Woche zu Hause und dann wieder in der Krippe, wenn sie gesund war. Mittlerweile hat es sich zum Glück etwas eingependelt.

Sie ist jetzt seit fast 3 Monaten in der Krippe und fühlt sich dort wohl. Ich bringe sie morgens um 9 Uhr hin und hole sie um 14 Uhr ab. Solange ich noch nicht arbeite ist das möglich. Wenn es aber demnächst für mich wieder in den Job geht werden sich die Zeiten auch noch einmal ändern.

Mein Fazit ist, dass jedes Kind individuell ist.

Jeder sollte nach Möglichkeit für sich entscheiden wann er sein Kind in die Krippe geben will und wann nicht. Man sollte nicht andere dafür verurteilen, weil sie nicht so handeln wie man selbst. Oft genug musste ich mich vor Verwandtschaft und Bekannten rechtfertigen warum sie schon so früh in die Krippe geht. Natürlich habe ich zuvor immer mal wieder Zweifel gehabt. Zumal man diese Entscheidung ja soviel früher treffen muss, wo man noch gar nicht weiss wie weit das Kind mit 13 Monaten in der Entwicklung ist. Man hat selbst noch gar keine Erfahrung, da es das erste Kind ist. Ich war froh, dass Matilda schon laufen und sich bemerkbar machen konnte, wenn ihr etwas nicht gefällt. Das waren für mich wichtige Kriterien, wenn mein Kind in die Krippe geht. Außerdem glaube ich, dass Matilda durch unsere lange Reise  geprägt wurde. Wir sind fast vier Monate in Portugal, Spanien und Schweden unterwegs gewesen. Sie ist dort schon mit vielen anderen Menschen in Kontakt gekommen und war von vornherein offen und nicht scheu anderen gegenüber. Ohnehin ist sie eine kleine Frohnatur und bringt die anderen meist mit ihren Faxen zum lachen. Ganz die Mama sag ich da nur 😉

Wie lief eure Eingewöhnung, oder habt ihr sie noch vor euch? Ich freue mich, wenn ihr eure Geschichten mit mir teilt. Gerne auch als Gastbeitrag auf bloggermus. Schreibt mir dazu einfach an frecklesbyheart@gmail.com

Habt ihr schon meinen Artikel zur Geburt gelesen?




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