Die Geburt – ein absolutes Wunder der Natur

Endlich kann ich meinen Bericht zur Geburt mit euch teilen, denn das hatte ich schon sehr lange vor.

Am 05.08.2017 um 18:45 Uhr ist Matilda Alma auf die Welt gekommen. Einen Tag nach dem Geburtstag ihres Papas. Zum Glück sag ich euch. Denn ich habe mich schon hektisch für zwei Geburtstagskinder Kuchen backen und es beiden an einem Tag recht machen sehen. Also habe ich immer leise in mich und meinen süßen Bauch hinein getuschelt. Sie solle doch bitte noch etwas warten und Papa seinen Geburtstag feiern lassen, bevor es los geht. Der offizielle Entbindungstermin war der 06.08. also war die Geburt fast eine Punktlandung.

Los ging es ohne Witz um 00:05 am 05.08.

Mein Mann war mit seinen Jungs in eine Bar los gezogen um seinen Geburtstag noch etwas ausklingen zu lassen. Ich hatte mich gemütlich ins Bett gekuschelt und wollte schlafen. Da überkam mich schon ein seltsames Gefühl und eine innere Unruhe. Plötzlich hatte ich das Verlangen meinem Mann noch einmal zu schreiben, dass ich an ihn denke und ihn liebe. Wenige Minuten später musste ich auf die Toilette. Schon auf dem Weg dahin merkte ich, dass irgendetwas anders war als zuvor. Als ich ein Platsch auf dem Badezimmer Boden hörte wusste ich dass es nur eins sein  konnte, die Fruchtblase die soeben geplatzt war. Ich sag’s euch, so sehr ich auch wusste was jetzt passieren würde, so aufgeregt war ich auch.

Zuvor hatte ich mich wochenlang in einem Hynobirthing Kurs auf die Geburt vorbereitet. Ehrlicherweise hatte ich da für mich aber nicht auf dem Schirm, dass die Fruchtblase zuerst platzen würde. Ich dachte immer das passiert viel später, kurz vor der Geburt. Ja, wie naiv man doch sein kann. Mich hat es auf jeden Fall zunächst aus dem Konzept gebracht. Das erste was ich gemacht habe, nachdem ich mich wieder ins Bett begeben hatte, war meinen Mann anzurufen. Ich sagte ihm, dass er doch bitte wieder nach Hause kommen soll. Der dachte natürlich, inklusive seiner Jungs, das ich mir einen Scherz erlaube. Sie waren ja erst kurz zuvor in eine Bar los gezogen.

Als er dann nach Hause kam war bei mir noch immer alles entspannt. Es gab noch kein Anzeichen für Wehen. Das erste was ich zu ihm gesagt habe war, dass er doch bitte die Wohnung aufräumen soll. Wir würden ja jetzt ein paar Tage nicht Zuhause sein und von der Geburtstagsfeier stand noch alles rum. Im Nachgang eine super lustige Reaktion von mir, soviel Zeit musste sein.

Wir haben dann im UKE angerufen um uns zu erkundigen wie man bei der Geburt vorgehen soll, wenn die Fruchtblase geplatzt ist.

Dort wurde uns gesagt das wir innerhalb der nächsten 2-3 Stunden langsam vorbei kommen und schon mal unsere Sachen packen sollen. Gesagt getan. Wir waren natürlich viel schneller fertig und sind gegen 2:30 Uhr im Krankenhaus angekommen, denn Zuhause wollte ich nicht mehr rum sitzen und ab und zu merkte ich schon leichte Wehen. Im Krankenhause wurde ich dann direkt an den Wehenschreiber angeschlossen und die Herztöne wurden überprüft.

Noch war alles ruhig und deshalb durften wir ein Zimmer beziehen und uns noch etwas ausruhen bevor es los ging. Für meinen Mann hatten sie netterweise eine Isomatte hin gelegt so dass er bei mir bleiben konnte. Alleine wollte ich jetzt auf keinen Fall mehr sein. Ich habe versucht noch ein wenig zu schlafen und Kraft für die bevorstehende Geburt zu sammeln, so gut es ging. Irgendwann lagen wir zusammengekuschelt in dem viel zu kleinen Bett und haben auf die ersten heftigeren Wehen gewartet.

Ab 7 oder 8 Uhr morgens gingen die Wehen dann los.

Ich habe meine Atemtechniken angewendet, die ich beim Hypnobirthing so fleißig geübt hatte und die Abstände meiner Wehen mit einer App gestoppt. Für mich war das in dem Moment eine gute Routine und Ablenkung zu den langsam heftiger werdenden Schmerzen. Irgendwann waren die Abstände dann bei 5 Minuten und wir haben eine Hebamme gerufen, dass ich gerne in die Badewanne zur Entspannung möchte. Zu diesem Zeitpunkt kamen die Wehen schon heftig und allein in die Badewanne zu gehen war schon sehr anstrengend für mich.

Kaum in der Badewanne angekommen wollte ich auch direkt wieder raus. Viele sagen ja sie können bei der Geburt in der Badewanne toll entspannen und die Wehen weg atmen, für mich war es aber nur eine Tortur. Ich mochte es nicht nirgends einen Halt zu haben und am Badewannenrand mit den Füßen bei Wehenschmerzen abzurutschen. Klar war da ein Griff und auch mein Mann der mir tapfer zur Seite stand, aber nichts konnte mir in dem Moment im Wasser genug Sicherheit geben und hat mich aus meinem Atemkonzept gebracht.

Also wurde ziemlich schnell beschlossen in den Kreissaal zu wechseln.

Der war leider zu dem Zeitpunkt noch belegt und ich musste einen kleinen Moment warten, das ging aber zum Glück relativ schnell. Ich erinnere mich heute noch an das Bild wo ich durch Bettlaken geschützt über den Flur vom einen in den anderen Raum husche um mich dann auf das Bett fallen zu lassen. Die Wehen kamen mittlerweile in deutlich kürzeren Abständen und wurden immer heftiger. Zu dem Zeitpunkt war mein Muttermund 4 cm geöffnet, ca. die Hälfte war also geschafft. Leider fühlte ich mich absolut nicht danach.

Ich hatte gehofft schon deutlich weiter im Geburtsvorgang zu sein und war mir nicht sicher ob ich die Schmerzen in dem Maße noch so lange würde aushalten können. Also habe ich nach Schmerzmitteln gefragt und diese auch bekommen. Als diese aber immer noch nicht wirklich den Schmerz lindern konnten gaben sie mir auf meinen Wunsch Lachgas. Vorher war das ehrlich gesagt meine Hoffnung und ich dachte es würde mich entspannen und mir den Schmerz nehmen. Leider war das Gegenteil der Fall. Das atmen in die Maske hat mich völlig aus dem Rhythmus gebracht und die Wehen, die nun alle 2 Minuten kamen, nicht wirklich gemildert. Dennoch wollte ich versuchen eine PDA möglichst lange hinauszuzögern oder ganz ohne auszukommen.

Als ich wieder das Gefühl hatte nicht mehr zu können und mir die Kraft fehlte habe ich gefragt wieviel cm es denn jetzt sind. Wir waren bei ca. 6-7 und ich wusste lange halte ich das nicht mehr aus. Eine halbe Stunde später habe ich dann meinem Schatz gesagt er soll bitte Bescheid geben, dass ich eine PDA möchte und zwar sofort.  Da waren die Schmerzen so unerträglich, dass ich einfach nur noch wollte dass es vorbei ist.

5 Minuten später kamen gefühlt 10 Leute um mir die PDA zu geben

Zunächst einmal gab es intravenös irgendeinen Wehenblocker, der meine Wehen recht schnell hemmen sollte. Leider dauerte es länger als erwartet bis es überhaupt gewirkt hat und dann musste man den richtigen Zeitpunkt zwischen den Wehen abwarten, dass ich die PDA in den Rücken bekommen konnte. Als ich wieder auf dem Bett lag und die PDA langsam wirkte war ich ehrlich gesagt mehr als erleichtert und bin vor Erschöpfung eingeschlafen und habe mich ausgeruht.

Gefühlt eine halbe Stunde später kam die Hebamme mit einer Oberschwester wieder rein und meinten, so jetzt holen wir euer Baby. Ich war ganz perplex, weil ich dachte das würde sich noch viel länger hinziehen. Ich hatte in der nächsten Stunde zwei Hebammen an meiner Seite sitzen die alles gegeben haben um mich zu motivieren zu pressen. Glaubt mir, das war kein leichter Job und ich bin so dankbar so tolle Hebammen zu meiner Geburt bei mir gehabt zu haben. Parallel wurden die Herztöne kritisch beobachtet, weil zwischenzeitlich der Herzschlag unserer Kleinen recht hoch war und ich noch dazu Fieber bekommen habe.

Ein Oberarzt wurde gerufen der sich das ganze angesehen und in einer Wehe noch einmal Matilda auf den richtigen Weg gebracht hat. Er ging mit den Worten, wenn ich das nächste Mal vorbei komme, dann um zu gratulieren.

Ich war so unendlich glücklich über diese Worte und dadurch noch doppelt motiviert.

Tatsächlich kam nach einigen Presswehen, die mich noch viel Kraft gekostet haben, kurze Zeit später um 18:45 Uhr, Matilda Alma zur Welt. Ich werde nie diesen Augenblick vergessen wo sie mir in den Arm gelegt worden ist. Ich sie ganz nah bei mir haben und zum ersten Mal anfassen darf. Wie sie mir direkt mit wachem Blick in die Augen schaut und mich damit so umhaut dass ich gar nicht beschreiben kann was alles für Gefühle in mir vorgehen. Ich konnte nicht weinen, ich war einfach nur sprachlos und glücklich.

Neben mir mein Mann, der vor Rührung weint und völlig fertig und erleichtert ist, dass es seinen beiden Mädels nach der Geburt gut geht. Ein Gänsehaut Moment, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Nie werde ich diese magischen ersten Augenblicke als Familie vergessen. Diese Nähe und Vertrautheit, diese Selbstverständlichkeit mit der sich dieses kleine, süße Wesen direkt in unser Herz geschlichen hat. Dann fängt sie an nach meiner Brust zu suchen, gibt mir Hungerzeichen und nuckelt daran.

Verrückt sage ich euch, was die Natur da geschaffen hat.

Die Geburt ist wirklich ein absolutes Wunder der Natur. Es ist Wahnsinn was wir Frauen leisten können, wieviel Schmerzen wir ertragen können, wieviel Geduld und Liebe wir in uns haben. Ich bin so stolz Mama einer so süßen Tochter sein zu dürfen und meinen wundervollen Mann an meiner Seite zu haben, der mir während der ganzen Geburt immer zur Seite stand. Mich motiviert hat, mir Halt gegeben hat, Wehen mit geatmet hat, mir einfach unendlich Mut und Zuversicht gegeben hat.

Falls ihr eine Geburt vor euch habt hoffe ich, dass dieser Bericht euch Mut gemacht hat. Falls ihr schon selber Mama seid freue ich mich wenn ihr eure Erlebnisse hier mit mir teilt.

Lest auch  gerne meine Tipps zur Erstausstattung und zu Bauchschmerzen bei Babys.




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